Meisterbonus: Bis zu 4.000 € Prämie nach Fortbildungsabschluss

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Du hast deine Meisterprüfung bestanden oder steckst mitten in der Fortbildung? Dann weißt du: Die Kurse kosten, die Prüfungen sind hart, die Abende sind voll. Was viele nicht wissen: Nach dem Meisterbonus und verschiedenen Erlassmöglichkeiten beim Aufstiegs-BAföG kannst du dir bis zu 4.000 € zurückholen. Ich zeige dir genau, wo du was beantragst, welche Bundesländer welche Prämien zahlen und wie du keinen Cent liegen lässt.
Ich bin Nina, studiere im Master und habe schon einige Freunde durch den Dschungel der Fortbildungsförderung begleitet. Mein Kumpel Tim hat nach seiner Techniker-Fortbildung fast 2.500 € nicht abgeholt, weil er nicht wusste, dass Bayern eine Meisterprämie zahlt. Das passiert dir nicht.
Was ist der Meisterbonus und wer bekommt ihn?
Der Meisterbonus ist eine einmalige Prämie, die einige Bundesländer nach erfolgreichem Abschluss einer Fortbildung zahlen. Der Begriff "Meisterbonus" ist dabei etwas irreführend, denn er gilt nicht nur für Handwerksmeister, sondern für viele Fortbildungsabschlüsse, die über das Aufstiegs-BAföG gefördert werden können. Dazu zählen Meister, Techniker, Fachwirte, Fachkaufleute und viele andere berufliche Aufstiegsfortbildungen.
In Bayern gibt es seit 2013 die sogenannte Meisterprämie in Höhe von 2.000 €. Laut dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie haben bis Ende 2023 über 94.000 Absolventen diese Prämie erhalten. Die genaue Zahl kannst du auf der offiziellen Seite des Bayerischen Wirtschaftsministeriums einsehen: https://www.stmwi.bayern.de/meisterpraemie. Voraussetzung ist, dass du deine Prüfung nach dem 1. September 2013 bestanden hast, deinen Hauptwohnsitz in Bayern hast und die Fortbildung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz förderfähig war.
Auch andere Bundesländer bieten ähnliche Prämien, allerdings unter anderen Namen und mit unterschiedlichen Beträgen. Sachsen zahlt seit 2020 eine Meisterprämie von 1.000 €, Thüringen bietet 1.000 € Weiterbildungsprämie, und Rheinland-Pfalz hat bis 2022 eine Meisterprämie von 1.000 € ausgezahlt. Aktuell ist diese Regelung in Rheinland-Pfalz ausgelaufen, es lohnt sich aber, die Webseite des zuständigen Ministeriums zu checken, falls das Programm wieder aufgelegt wird.
Aufstiegs-BAföG: So funktioniert der Erlass bei Prüfungserfolg
Neben dem Meisterbonus gibt es beim Aufstiegs-BAföG selbst einen finanziellen Anreiz für gute Leistungen. Das Aufstiegs-BAföG besteht aus einem Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, und einem zinsgünstigen Darlehen der KfW. Wenn du deine Fortbildungsprüfung bestehst, erlässt dir die KfW automatisch 50 % des Darlehensanteils, der für die Prüfungsgebühren aufgenommen wurde. Das sind in der Regel bis zu 1.000 €, die du nicht zurückzahlen musst.
Konkret: Die Prüfungsgebühren werden komplett als Zuschuss und Darlehen gefördert, maximal 2.000 €. Davon sind 1.000 € Zuschuss und 1.000 € Darlehen. Bestehst du die Prüfung, werden dir die 500 € Darlehen erlassen. Zusätzlich gibt es seit August 2020 einen weiteren Erlass von 50 % des restlichen Darlehens, wenn du dich nach bestandener Prüfung selbstständig machst oder Existenzgründer wirst und mindestens einen sozialversicherungspflichtigen Mitarbeiter einstellst.
Diese Regelungen sind auf der offiziellen Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung detailliert erklärt: https://www.aufstiegs-bafoeg.de. Dort findest du auch den Erlass-Rechner, mit dem du genau ausrechnen kannst, wie viel Geld du am Ende nicht zurückzahlen musst.
Schritt für Schritt: Meisterbonus nach bestandener Prüfung beantragen
Der Antrag auf Meisterbonus ist unkompliziert, aber du musst ihn aktiv stellen. Die Prämie wird nicht automatisch ausgezahlt. In Bayern läuft das so: Du stellst den Antrag online über das Portal der IHK oder Handwerkskammer, bei der du deine Prüfung abgelegt hast. Du brauchst deinen Prüfungsnachweis, eine Kopie deines Personalausweises und eine Meldebescheinigung, die deinen Hauptwohnsitz in Bayern bestätigt.
Die Bearbeitungszeit liegt laut meiner Recherche und Rückmeldungen aus dem Bekanntenkreis bei etwa 6 bis 10 Wochen. Tim aus München hat seinen Antrag im März 2024 gestellt und das Geld Mitte Mai auf dem Konto gehabt. Der Antrag selbst dauert keine 20 Minuten, wenn du alle Unterlagen griffbereit hast.
In Sachsen läuft der Antrag über die Sächsische Aufbaubank (SAB), in Thüringen über die Thüringer Aufbaubank (TAB). Die genauen Antragsformulare und Merkblätter findest du auf den jeweiligen Webseiten der Förderbanken. Wichtig: Der Antrag muss in der Regel innerhalb von 12 Monaten nach bestandener Prüfung gestellt werden. Verpasst du die Frist, verfällt dein Anspruch.
Welche Bundesländer zahlen welche Prämien?

Hier eine Übersicht der aktuellen Förderungen nach Bundesland:
- Bayern: 2.000 € Meisterprämie für alle Fortbildungsabschlüsse nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz
- Sachsen: 1.000 € Meisterprämie, ebenfalls für Meister, Techniker, Fachwirte und vergleichbare Abschlüsse
- Thüringen: 1.000 € Weiterbildungsprämie für erfolgreiche Absolventen von Aufstiegsfortbildungen
- Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hessen und andere Bundesländer: Hier gibt es aktuell keine landeseigenen Meisterprämien, aber das Aufstiegs-BAföG und die bundesweiten Erlassmöglichkeiten gelten natürlich trotzdem
Diese Zahlen stammen aus den offiziellen Förderrichtlinien der jeweiligen Landesministerien und sind auf den Webseiten der zuständigen Förderbanken abrufbar. Wenn du in einem Bundesland ohne eigene Prämie wohnst, kann sich trotzdem eine Weiterbildung neben dem Job lohnen, denn das Aufstiegs-BAföG ist bundesweit zugänglich und bietet bereits eine großzügige Förderung mit bis zu 15.000 € für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren.
Fortbildungsprämie beantragen: Typische Fehler und wie du sie vermeidest
Aus Gesprächen mit Kommilitonen und Bekannten, die den Weg schon gegangen sind, kenne ich drei häufige Stolpersteine. Erstens: Den Antrag zu spät stellen. Die Fristen sind ernst gemeint. In Bayern läuft die Frist ab dem Datum der bestandenen Prüfung, nicht ab dem Datum, an dem du das Zeugnis bekommst. Das sind oft zwei verschiedene Daten.
Zweitens: Unvollständige Unterlagen einreichen. Die Meldebescheinigung muss aktuell sein, in der Regel nicht älter als drei Monate. Wenn du zwischenzeitlich umgezogen bist, musst du den neuen Wohnsitz nachweisen. Der Prüfungsnachweis muss das exakte Bestehens-Datum enthalten, eine vorläufige Bescheinigung reicht oft nicht aus.
Drittens: Die KfW-Erlasse nicht aktiv abrufen. Der Erlass von 50 % des Prüfungsgebühren-Darlehens erfolgt zwar automatisch nach bestandener Prüfung, aber nur wenn die KfW die Information über deine bestandene Prüfung erhält. Das läuft über das zuständige Amt für Ausbildungsförderung, bei dem du dein Aufstiegs-BAföG beantragt hast. Du musst dort eine Kopie deines Prüfungszeugnisses einreichen. Ohne diesen Schritt passiert nichts.
Praxis-Beispiel: So viel kannst du insgesamt zurückholen
Nehmen wir mal ein konkretes Beispiel. Lisa aus Nürnberg hat 2023 ihre Fortbildung zur geprüften Fachwirtin für Marketing abgeschlossen. Die Lehrgangskosten lagen bei 6.800 €, die Prüfungsgebühr bei 700 €. Sie hat über das Aufstiegs-BAföG insgesamt 3.400 € als Zuschuss erhalten und 3.100 € als Darlehen aufgenommen. Nach bestandener Prüfung wurden ihr 350 € Darlehen erlassen, das sind 50 % des Darlehens für die Prüfungsgebühr. Zusätzlich hat sie die bayerische Meisterprämie von 2.000 € beantragt und ausgezahlt bekommen. Insgesamt hat Lisa also 5.750 € in bar oder als Erlass erhalten, obwohl die Gesamtkosten 7.500 € betragen haben. Ihre Eigenbelastung lag am Ende bei knapp 1.750 €.
Wenn Lisa sich jetzt noch selbstständig machen würde und einen Mitarbeiter einstellt, könnte sie weitere 1.375 € Darlehen erlassen bekommen. Das lohnt sich natürlich nur, wenn die Selbstständigkeit ohnehin geplant ist, aber es zeigt, wie viel Geld im System steckt.
Wie viel Geld gibt es nach Fortbildungsabschluss insgesamt?
Die Gesamtsumme aus Meisterbonus, Aufstiegs-BAföG-Erlass und weiteren Prämien kann sich auf über 4.000 € summieren, wenn alle Bedingungen erfüllt sind. In Bayern zum Beispiel: 2.000 € Meisterprämie, bis zu 1.000 € Erlass beim Prüfungsgebühren-Darlehen und weitere Erlasse je nach Existenzgründung. Dazu kommen die ohnehin schon großzügigen Zuschüsse während der Fortbildung.
Selbst in Bundesländern ohne eigene Prämie kannst du durch geschickte Nutzung der Aufstiegs-BAföG-Regelungen mehrere tausend Euro sparen. Das Wichtigste ist, dass du dich frühzeitig informierst und alle Anträge stellst. Klingt bürokratisch, ist es auch ein bisschen, aber der Stundenlohn für diese Bürokratie liegt locker bei 200 € oder mehr.
Weitere Förderungen neben dem Meisterbonus

Neben dem Meisterbonus und dem Aufstiegs-BAföG gibt es noch weitere Fördermöglichkeiten, die du kombinieren kannst. Die Bildungsprämie des Bundes fördert Weiterbildungen mit bis zu 500 € für Menschen mit geringem Einkommen. Wenn du während deiner Fortbildung arbeitest, kann auch dein Arbeitgeber einen Teil der Kosten übernehmen oder du kannst Bildungsurlaub beantragen.
Manche Handwerkskammern und IHKs vergeben zusätzlich Stipendien für besonders erfolgreiche Absolventen. Diese sind oft an einen bestimmten Notendurchschnitt oder ein überdurchschnittliches Prüfungsergebnis gekoppelt. Die Beträge liegen zwischen 300 € und 1.500 €, je nach Kammer und Fördertopf. Es lohnt sich, bei deiner Kammer direkt nachzufragen.
Wenn du dir während der Fortbildung finanzielle Luft verschaffen musst, lohnt ein Blick auf realistische Rücklagen, die dir helfen, Engpässe zu überbrücken, ohne in finanzielle Notlagen zu geraten.
FAQ: Die wichtigsten Fragen zum Meisterbonus
Kann ich den Meisterbonus auch beantragen, wenn ich schon vor Jahren abgeschlossen habe?
Nein, in den meisten Bundesländern gilt eine Frist von 12 Monaten nach bestandener Prüfung. In Bayern wurde die Meisterprämie erst ab September 2013 eingeführt, Prüfungen davor sind nicht förderfähig. Wenn du also 2010 abgeschlossen hast, hast du keinen Anspruch mehr.
Muss ich den Meisterbonus versteuern?
Ja, der Meisterbonus ist steuerpflichtig. Er zählt zu den sonstigen Einkünften nach § 22 EStG. In der Praxis bedeutet das: Wenn du im Jahr der Auszahlung weitere Einkünfte hast, musst du die Prämie in deiner Steuererklärung angeben. Je nach persönlichem Steuersatz kann das zu einer Nachzahlung führen. Rechne mit etwa 20-30 % Steuer auf die Prämie, abhängig von deinem Gesamteinkommen.
Gilt der Meisterbonus auch für Fortbildungen im Gesundheitsbereich?
Ja, solange die Fortbildung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz förderfähig ist. Dazu gehören zum Beispiel Abschlüsse wie Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen oder staatlich geprüfter Betriebswirt für Management im Gesundheitswesen. Eine Liste aller förderfähigen Fortbildungen findest du auf der Webseite des BMBF.
Kann ich Meisterbonus und Aufstiegs-BAföG kombinieren?
Ja, das ist ausdrücklich erlaubt und sogar erwünscht. Der Meisterbonus ist eine zusätzliche Leistung des Bundeslandes und wird unabhängig vom Aufstiegs-BAföG ausgezahlt. Du kannst also die volle Förderung des Bundes plus die Landesprämie in Anspruch nehmen.
Was passiert, wenn ich die Prüfung nicht bestehe?
Dann hast du keinen Anspruch auf den Meisterbonus und auch nicht auf den Erlass der Prüfungsgebühren beim Aufstiegs-BAföG. Das Darlehen für die Lehrgangskosten bleibt bestehen und muss zurückgezahlt werden. Wenn du die Prüfung im zweiten Anlauf bestehst, kannst du dann alle Erlasse und Prämien beantragen.
Fazit: Bis zu 4.000 € sind drin, wenn du es richtig anstellst
Der Meisterbonus und die Erlassmöglichkeiten beim Aufstiegs-BAföG sind bares Geld, das du dir nicht entgehen lassen solltest. In Bayern sind 2.000 € Meisterprämie plus Erlasse beim Aufstiegs-BAföG locker drin, in anderen Bundesländern zumindest die bundesweiten Förderungen. Wichtig ist, dass du alle Fristen einhältst, die Unterlagen vollständig einreichst und dich nicht von der Bürokratie abschrecken lässt.
Mein Tipp: Leg dir direkt nach der Prüfung eine To-do-Liste an mit allen Anträgen, die du stellen musst. Trag dir die Fristen im Kalender ein und hack die Punkte nacheinander ab. Wenn du das konsequent machst, hast du in ein paar Wochen mehrere tausend Euro mehr auf dem Konto. Und wenn du nebenher noch weitere Finanzierungsoptionen suchst, schau dir auch realistische Optionen für eine Zweitausbildung an, falls du nach der Fortbildung noch einen weiteren Abschluss planst.